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Mögliche Termine für Gottesdienste
stillgeborene Kinder


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Die liturgischen Feiern für die tot geborenen Kinder und seinen Eltern kennen zwei Zyklen: Den Zyklus des verstorbenen Kindes und den Zyklus des liturgischen Jahreskreises.

Zyklus am verstorbenen Kind orientiert - liturgisch

Der Zyklus der liturgischen Feiern für ein tot geborenes Kind und seinen Eltern geht vom Tag der Geburt aus. Zu ihm gehören:

Segnung des Kindes
Die Segnung des Kindes erfolgt meist wenige Stunden nach der Geburt. Dabei wird das Kind und die Eltern in besonderer Weise Gott anempfohlen.

Trauerfeier
Die Trauerfeier steht meist im zeitlichen Zusammenhang zur Bestattung.1 An ihr können die gesamte Familie und alle Freunde teilnehmen.

Bestattung des Kindes
Mit der Bestattung des Kindes wird ein letztes und meist auch endgültiges Mal rein körperlich Abschied vom Kind genommen.

6-Wochen-Amt
In der kath. Kirche wird das 6-Wochen-Amt praktiziert.

Jahresamt
In der kath. Kirche ist das Jahresamt üblich. Diese Messe kann als Abschluss des Trauerjahres gefeiert werden.

Zyklus am verstorbenen Kind orientiert - Jahrestage

Tag der Empfängnis
Einige verwaisten Eltern kennen ganz genau Tag und Ort, an dem das Kind empfangen wurde. Er ist ein bedeutsames Datum in der Geschichte des Kindes. - Dessen kann am Jahrestag gedacht werden.

Tag des Todes - A
Der zumeist plötzlich und völlig unerwartete Tod des Kindes während der Schwangerschaft veränderte alles. Nichts war danach wie zuvor. Das Ereignis hob alles aus den Angeln und erschütterte die Grundfeste des Lebens und Glaubens der verwaisten Eltern. - Am Todestag des Kindes gedenken viele verwaiste Eltern ihre verstorbenen Kindes.

Tag der Geburt - A
Auf die Geburt des Kindes hatte die Mutter seit Monaten hingelebt. Sie hatte es sich jedoch nicht so vorgestellt, wie es dann gekommen ist. Der vorgeburtliche Tod des Kindes ließ alles anders werden. Auch wenn es daher eine stille Geburt war, so konnte doch an diesem Tag das Kind erstmals von Angesicht zu Angesicht kennengelernt werden. - Am Jahrestag der Sillgeburt kann dieses Kennenlernens gedacht werden.

Tag der Geburt - B
Manchmal wussten die Eltern schon vor der Geburt, dass das Kind nicht lange leben wird. Sie haben sich dennoch dafür entschieden, ihrem Kind dieses wenn auch kurze nachgeburtliche Leben zu schenken. Der Tag der Gebert war das letzte große freudige Ereignis mit dem verstorbenen Kind. - Am Geburtstag kann jährlich dieses bedeutsames Ereignisses gedacht werden.

Tag des Todes - B
Manchmal wussten oder ahnten die Eltern bereits, dass ihr Kind nicht mehr lange leben wird. Zumeist kam der Tod plötzlich und völlig unerwartet. SIDS steht dann auf dem Todesschein, "Plötzlicher Kindstod" genannt. -

Tag der Bestattung
Mit dem Tag der Bestattung wurde der Leib des verstorbenen Kindes der Erde übergeben. Nur noch das Gab und ggf. Bilder, Haarlocke, Fuß- und/oder Handabdrücke zeugen von der Existenz dieses verstorbenen Kindes. - Ein Grabbesuch ist an diesem Tag besonders sinnig.

Tag der errechneten Geburt (ET)
Besonders für die verwaiste Mutter ist der ET ein besonderer Tag. Hatte sie doch seit dem Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft auf diesen Tag hingelebt. Der Tod des Kindes während der Schwangerschaft veränderte alles. Der ET ist damit als voraussichtlicher Geburtstag des Kindes kein Tag der Freude, sondern des Schmerzes und der Leere. - Verwaiste Eltern können jährlich an diesem Tag ihres verstorbenen Kindes gedenken.

Namenstag des Kindes
Besonders in der kath. Kirche hat der Namenstag eine besondere Bedeutung. Er wird meist am Todestag des Heiligen als seinen "Geburtstag im Himmel" gefeiert.

31. Dezember - Sylvester = Jahresschluss
Am Endes des Jahres halten viele Menschen Rückblick auf das zu Ende gehende Kalenderjahr. - Verwaiste Eltern können an diesem Tag in besonderer Weise an ihr verstorbenes Kind denken. In Gemeindegottesdiensten kann an alle in diesem Kalenderjahr in der Gemeinde Verstorbenen gedacht werden, ihre Namen genannt und für jeden ein Teelicht an der Osterkerze - Zeichen für Jesus Christus und die Auferstehung von den Toten - angezündet werden.

Zyklus des liturgischen Jahreskreises

Der Zyklus des liturgischen Jahreskreises beginnt bei der ev. wie auch kath. Kirche mit dem 1. Adventsonntag. Er gedenkt im Jahresrhythmus aller wichtigen Ereignisse im Leben Jesu. Hierbei können für Gottesdienste für verwaiste Eltern in besonderer Weise verwendet werden:

8. Dezember – Unbefleckte Empfängnis Mariens
Die kath. Kirche gedenkt am „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens von der Erbsünde frei war. - Dies ist eine gute Gelegenheit, um alle Gläubigen darauf hinzuweisen, dass Leben nicht mit der Geburt sondern mit der Empfängnis beginnt.

2. Sonntag im Dezember- „Worldwide Candle Lighting”
Das „Worldwide Candle Lighting” wurde 1998 in den USA ins Leben gerufen. Dabei werden Menschen in aller Welt eingeladen, um 19 Uhr Ortszeit für die verstorbenen Kinder eine Kerze anzuzünden und sie ins Fenster zu stellen und der verstorbenen Kinder zu gedenken. So entsteht in der Dunkelheit der Nacht ein Lichterband, das in 24 Stunden rund um die Welt zieht. - Diese Aktion läd in besonderer Weise zu Gedenkfeiern oder Gottesdiensten in Gedenken der verstorbenen Kinder ein.

25.Dezember - Weihnachten
Gott wurde Mensch. Er hat damit alles miterlebt, was Menschen erleben. Nichts Menschliches war ihm fremd. So weinte z.B. Jesus beim Tod seines Freundes Lazarus (Joh 11,35). Bei der Kreuzigung Jesu (siehe Karfreitag) starb Gottes menschgewordener Sohn. Alles dies wäre ohne Weihnachten nicht möglich gewesen.
Weihnachten wird auch in besonderer Weise als Fest der Familie gefeiert. Kinder bekommen Geschenke. - Verwaiste Eltern können daher in besonderer Weise an ihr verstorbenes Kind denken.

28. Dezember - Tag der unschuldigen Kinder
Die Kirche gedenkt hierbei den von Herodes d.G. ermordeten Kindern in und um Betlehem, um damit den neugeborenen Jesus zu töten. (Mt 2,16-18) – An diesem Fest können verwaiste Eltern in ganz besonderer Weise aller in dieser Pfarrei oder Klinik im Laufe des vergangenen Jahres verstorbenen Kinder gedeken.

6. Januar – Erscheinung des Herrn
Am Hochfest „Erscheinung des Herrn“ wird der Huldigung der Sterndeuter (Hl. Drei Könige) gedacht. (Mt 2,1-12) – In diesem Zusammenhang wäre eine Vorstellung der tot geborener Kinder in der Kirche möglich.

2. Februar – Darstellung des Herrn
Das Fest „Darstellung des Herrn“ wird in jüdischer Tradition 40 Tage nach Weihnachten gefeiert. Es wird dabei der vom Gesetz Mose vorgeschriebenen Reinigung Mariens gedacht. (Lk 2,21-40) – Für verwaiste Eltern wäre hierzu ein Ritus zur Reinigung von Schuldgefühlen für den Tod des Kindes denkbar.

25. März – Verkündigung des Herrn
Beim Hochfest „Verkündigung des Herrn“ wird an die Verkündigung der Geburt Jesu gedacht. (Lk 1,26-38) - Es ist in besonderer Weise dafür geeignet, um alle Gläubigen darauf aufmerksam zu machen, dass das Leben nicht erst mit der Geburt beginnt, sondern mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle.

Karfreitag - Leiden und Sterben des Herrn
An diesem Tag gedenkt die Christenheit dem gewaltsamen Tod Jesu am Kreuz. Gott erlebte damit am eigenen Leib, was es bedeutet, wenn das eigene Kind stirbt. Gott kenn daher Ihren Schmerz und Ihre Trauer aus eigenem Erleben. - Verwaiste Eltern können sich daher an diesem Tag Gott und ihrem verstorbenen Kind in besonderer Weise verbunden fühlen.

Ostern – Auferstehung des Herrn
Mit Ostern feiert die gesamte Christenheit die Auferstehung Jesu. (Mt 28,1-10; Mk 16,1-8; Lk 24,1-12; Joh 20,1-10) – Verwaiste Eltern kann an diesem Tag auf den Glauben auch unserer Auferstehung von den Toten hingewiesen werden, und damit auch auf das Wiedersehen mit ihren Kindern.

2. Juli – Mariä Heimsuchung
Das Fest „Mariä Heimsuchung“ erinnert an den Besuch Mariens bei Elisabet. (Lk 1,39-56) – An diesem Tag könnte auf das Problem hingewiesen werden, dass verwaiste Mütter meist größte Schwierigkeiten in der Begegnung mit schwangeren Frauen haben.

8. September – Mariä Geburt
An „Mariä Geburt“ wird der nicht in der Bibel erwähnten Geburt Mariens gedacht. - Diese Undokumentiertheit könnte mit der Tatsache in Verbindung gebracht werden, dass fehlgeborene Kinder keine standesamtliche Erwähnung finden, trotzdem gibt es sie.

15. September – Gedächtnis der Schmerzen Mariens
- An diesem Tag könnte auf Schmerzen und Trauer verwaister Eltern hingewiesen werden, die oft in Stille (er-)tragen.

2. Oktober – Schutzengel
- Es könnte an diesem Tag der verstorbenen Kinder gedacht werden, die die verwaisten Eltern meist bei den Engeln im Himmel wissen.

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