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meine Schuld


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ich denke, dass es hierfür verschiedene Gründe gibt. Nach meiner Meinung ist es meist der Grund, dass wir den Wunsch haben, es ungeschehen zu machen, es ungeschehen zu haben. Wir würden den Fehler gerne wieder gut machen, doch das ist bei AB nicht möglich. Das ist wohl der Hauptgrund, warum wir uns selbst so schwer vergeben können.
Ein anderer Grund ist, dass wir "vergeben" mit "vergessen" verwechseln oder synonym verwenden. Das ist falsch. Ich kann zwar etwas vergeben, aber deswegen ist es noch längst nicht vergessen. Vergessen würde auch heißen, dass ich diese Erfahrung nicht habe und damit Gefahr laufe, diesen Fehler nochmals zu machen, wenn ich mich nicht an das Erinnere.
Ein dritter Grund ist, dass wir nun erkennen, was wir getan haben. Diese Tat widerspricht jedoch zutiefst unserem Selbstbild, das wir selbst von uns haben. Ich möchte mich nicht so sehen, wie ich durch die Tat de facto geworden bin. Diese Erkenntnis schmerz sehr und nagt zudem noch an unserem Selbstbewusstsein. Dies ist auch höchst unangenehm.
Dieses Gründe und andere - hier nicht genannte Gründe - mit mehr und weniger großer Gewichtung ergeben in der Zusammenmischung noch einen ganz besonderen Mix. Oft ist gar nicht deutlich und klar, was jetzt im Augenblick vorherrscht. Bereits eine Minute später kann schon wieder der Schwerpunkt woanders liegen. Das macht das Thema so schwierig und schwer zu greifen.
Diese Erkenntnis ist das eine. Damit sind Erklärungen geschaffen, warum es uns Menschen oft so schwer fällt, uns selbst zu vergeben. Doch wie können wir damit besser umgehen?
Ich habe an mir die Erfahrung gemacht, dass ich es als "Schule des Lebens" ansehe. Ich habe einen Fehler begangen und meine Quittung erhalten. Ich habe dazugelernt. Der Fehler ist für mich ein Fehler und kein Weltuntergang. Ganz nach Ez 33,11
"Sag zu ihnen: So wahr ich lebe - Spruch Gottes, des Herrn -, ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern daran, daß er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt."
Gott will, dass wir vom falschen Weg umkehren. Gott will nicht unseren Tod. Daran hat er keinen Gefallen. Gott will, dass wir leben und das Leben in Fülle haben (Joh 10,10: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.").
Daran halte ich mich. Meine begangenen Fehler sehe ich als Bausteine meines Lebens, aus dem ich das Gebäude meines Lebens errichtet habe und auch weiterhin am Bauen bin. Jeder dieser Steine hat seinen Platz, hat seine Aufgabe. Kein Mensch kann mir die daraus gewonnenen Erkenntnisse je nehmen. Damit geht es mir sehr gut.
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie einen Weg finden, Ihren Weg finden, um Ihre AB und andere Taten in Ihr Leben zu integrieren. Er kann ähnlich sein, wie ich es gemacht habe. Er kann davon auch völlig abweichen. Wichtig ist mir dabei nur, dass Sie sich nicht weiterhin von Selbstvorwürfen zerfressen, sondern ein befreites und unbeschwertes Leben führen.


Es leutet der Stern.
Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.
Und viel geht dir unterwegs verloren.
Lass es fahren.
Gold der Liebe,
Weihrauch der Sehnsucht,
Myrrhe der Schmerzen
hast du ja bei dir.
Er wird sie annehmen. (Karl Rahner)




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