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Macht dieser Tod Sinn?


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Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Tod Ihres Kindes macht keinen Sinn.

Wir Menschen versuchen das Erlebte zu verstehen. Hierzu machen wir immer wieder den Versuch der Deutung und der Sinngebung. Dies geht hier nicht. Wir Menschen können in dem Tod ungborener Kinder keinen Sinn erkennen.

Wir Menschen sind gezwungen, mit dieser Tatsache zu leben, so schwer es uns auch fällt.

Im Umgang mit dieser Tatsache haben wir die Möglichkeit, diesem Ereignis gleichsam einen Sinn zu geben. Dadurch, dass wir mit diesem Schmerz und diesem Leid etwas Kreatives machen, ist es uns möglich. Einige Beispiele sollen aufzeigen, wie andere betroffene Frauen damit umgegangen sind, um ihrem Leid so etwas wie einen Sinn zu geben:


 

Gott auf der Anklagebank

Es gab einmal ein Theaterstück auf Europas Bühnen, das die Zuschauer sprachlos machte. Das einfache Stück spielte sich ausschließlich in einem Gerichtssaal ab. In diesem Gericht klagte der Mensch Gott an wegen all der Leiden, die er über die Menschheit kommen ließ. Und es gab eine Menge von Zeugen, die das belegten. Gott aber verteigte sich nicht. Er lehnte es auch ab, Zeugen ins Kreuzverhör zu nehmen. Er stand nur schweigend da und erwartete das Urteil. Der Richter, der die Menschheit vertrat, erhob sich, faßte noch einmal alle Anklagen zusammen und sprach: "Ich verurteile dich dazu, als Mensch geboren zu werden, in Armut zu leben, vertrieben zu werden, mißverstanden und verfolgt zu werden, betrogen und verraten zu werden von den eigenen Freunden, im Stich gelassen zu werden, grausam gefoltert zu werden und in der Blüte des Lebens eines grausamen Todes zu sterben."
Als das Urteil über Gott, den Angeklagten, gesprochen war, herrschte betroffenes Schweigen im Gerichtssaal. So endete das Stück. Jedermann war sich bewußt geworden, daß Gott das Urteil, das über ihn gesprochen, schon längst erduldet hatte.

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