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Glaube und Religion


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Lebt mein Kind weiter?

Niemand kann diese Frage mit Beweisen Bejahen oder Verneinen. Einzig was hier hilft, das ist der Glaube. Es muss nicht ein an eine Religion gebundener Glaube sein, sondern einfach nur der Glaube bzw. die Hoffnung an das Weiterleben nach dem Tod.

Ich persönlich gehe hierzu immer wieder von folgenden Überlegungen aus:
a) Wenn ich nicht an ein Fortleben nach dem Tode glaube und es gibt dieses dennoch, dann habe ich mir dir Freude auf das Wiedersehen genommen.
b) Wenn ich an ein Fortleben nach dem Tode glaube und es gibt dieses nicht, so werde ich es nie erfahren, denn dann bin ich völlig tot.
Unter a) habe ich verloren, unter b) habe ich nichts verloren. Was hindert mich dann noch daran, nach a) zu leben und zu glauben?

Es gibt für mich auch noch eine andere Überlegung:
Wir Menschen sind mehr als das, was wir aneinander sehen und begreifen, ertasten können. Zeigen oder messen Sie mir mal Wut oder Zorn, Liebe oder Hoffnung, Angst oder Schmerz. Aus diesem Grunde glaube ich an ein Wiedersehen mit all den Menschen, die vor mir verstorben sind und mit allen denen, die noch nach mir sterben werden. Dies schreibe ich nicht, weil ich Priester bin, sondern
weil es meine Überzugung ist. Daher verabschiede ich mcih in der Klinik auch von jedem Toten, mit dem ich zu tun hatte mit einem bewussten "Auf-wieder-sehen".

Wo sollen so viele tote Menschen weiterleben? Dafür gibt es doch keinen ausreichenden Raum. Eine kleine Übung: Legen Sie sich mal nachts draußen hin und betrachten den Sternenhimmel. Bedenken Sie mal die gewaltigen Räume. Das Licht braucht 8 min von der Sonne zu uns. Da gibt es Sonnen, die sind viele Lichtjahre von uns entfernt, einige Millionen von Lichtjahren. Einige dieser Sterne, so wie wir sie mit bloßem Auge wahrnehmen, sind Galaxien wie unsere eigene, die wir als Milchstraße am Sternenhimmel sehen. Dies alles muss geschaffen worden sein, wie auch immer diese Schöpfung vonstatten gegangen ist (Urknall z.B.). Jemand, nennen wir ihn Gott, der dies alles so schafft, der hat nie Platzprobleme in seinem Himmel.
Es gibt noch eine andere Überlegung. Ich will sie mit einem "Rückwärtsgang" in eine zweidimensionale Welt verdeutlichen: Schatten haben 2 Dimensionen: Länge und Breite. Sie sind nur Flächen. Schatten, wenn Sie Bewusstsein hätten wie wir Menschen, könnten sich nie eine dreidimensionale Welt vorstellen, da sie in einer zweidimensionalen Welt leben. Aus dieser können sie nicht ausbrechen. Wenn der Tod das Ende der Gebundenheit an diese zweidimensionale Welt bedeutet, dann haben Schatten ganz andere Möglichkeiten. Sie können hinter alles blicken, was sie so bisher erlebt hatten. Reine Flächen können endlos gestapelt werden, ohne dass sie auch nur eine Erhöhung in der 3. Dimension zur Folge haben. Ein Blatt Papier hat bereits neben der Länge und Breite auch eine Stärke (Dicke). Daher lässt sich Papier zu einem Stapel auftäumen. Reinen Flächen hingegen lassen sich nicht in der 3. Dimension zu einer Höhe auftürmen. Somit gibt es in einer dreidimensionalen Welt keine Platzprobleme für Schatten. - Ähnlich stelle ich mich die Antwort auf die Frage nach den Platzproblemen nach dem Tode vor.
Der Himmel ist mir zu dunkel. Im All herrscht die Dunkelheit. Das erschreckt mich. Wenn Gläubige Menschen vom Himmel sprechen, dann meinen sie nicht das Weltall als solches. Sie meinen damit den Ort bei Gott. Es ist kein Ort aus dieser Welt, die hier an diese Materie des Universums gebunden ist. Diesen Ort lässt sich daher auch nicht mit Planeten, Sonnen und Galaxien bestimmen. Es ist eine ganz andere Dimension.
Wie kann ich für mein Kind eine Messe bestellen? In der kath. Kirche ist es üblich, dass Hinterbliebene eine Messe für Verstorbene "bestellen". Das heißt, dass man in das Pfarrbüro geht und für ca. 5 Euro (je nach Diözese) eine Messe für einen bestimmten Tag (z.B. 17.9) für den Verstorbenen bestellt. Um die Messe auch wirklich an diesem Tag gelesen bekommt, sollte Monate zuvor bestellt werden. Es kann sonst sein, dass dieser Termin bereits belegt ist.
Sollte sich die Pfarrsekretärin oder der Pfarrer dagegen wehren, dann verweisen Sie darauf, dass die kath. Kirche das Menschsein seit Anfang an, d.h. seit der Zeugung ansieht. Daher ist sie auch gegen Abtreibung. Daher bitten Sie, Ihr Kind auch als Mensch anzuerkennen und diese Messe zu lesen.
   

Gebet eines 16-Jährigen

Als ich sie sah, hatten sie mich lieb, meine Eltern.
Als ich mit ihnen sprach, wollten sich mich nicht gehen lassen.
Als mich der Freund verriet, hielten sie mich fest.
Als ich ging, weinten sie um mich.
Als ich fort war, fingen sie mich auf.
Als sie merkten, dass mit mir ein anderes Leben - mein Leben - begann, bejahten sie mich.
Denn sie liebten mich, indem sich mich freigaben. (Konradsblatt 32/04,25)

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