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andere Beispiele
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| Maria Bergmann: Ich will mich nicht verkriechen. | |
| Sir Peter Ustinovs Theaterstück | Wolfgang Todtenhausen: Kreativität |
| Großvater von Sir Peter Ustinov | Helen Keller: Blind, taub und staumm |
"Ich will mich nicht verkriechen." Das ist die Haltung der 19-jährigen
Maria Bergmann. Sie ist seit ihrem 2. Lebensjahr hörgeschädigt. Durch
einen kurzen Sauerstoffmangel ging damals ihr Gehör kaputt. Seither ist
sie rechts völlig taub, links kann sie nur laute Geräusche hören.
Eigentlich wollte sie Krankenschwester werden, aber dazu muss sie hören.
Kranke müssen verstanden werden. Viele Hörgeschädigte verkriechen
sich zu Hause, da sie mit Hörenden schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Es ist nicht nur die Hörlosigkeit. Als Hörloser kann man auch nur
sehr undeutlich sprechen, da man keine Kontrolle über die gesprochenen
Laute besitzt.
Maria Bergmann wollte aber einen Beruf erlernen, der mit Menschen zu tun hat.
Deshalb entschied sie sich für Kellnerin. Was sie nicht hören kann,
muss sie mit den Augen ausgleichen. Sie ist somit immer am Gucken, ob noch einer
der Gäste einen Wunsch hat. Vieles kann sie auch vom Mund ablesen, doch
dazu muss der Gesprächspartner sie ständig ansehen. Es gibt auch Gäste,
die wollen ihre Bestellung in der Gebärdensprache aufgeben. Dann übt
Maria mit ihnen. Meist gibt es dann viel zu lachen. Oft sind Stift und Zettel
die letzte Rettung, aber es geht.
Früher, wenn sie jemand auf der Straße nach dem Weg gefragt hat,
sagte Maria, dass sie gehörlos sei und nichts verstehe - bloß um
ihre Ruhe zu haben. Heute macht sie das nur noch, wenn sie sich schlecht fühlt.
Sie zwingt sich mehr und mehr, sich zu überwinden. Schließlich will
sie den Kontakt zu den Hörenden nicht verlieren. (Oliver Lück, Ines
Sörensen: Protokoll einer Selbstüberwindung. In: Chrismon 9/04,80)
Sir Peter Ustinov schrieb mal ein Theaterstück, das schief gegangen war. Er war darüber depremiert. Da bekam er eine Rolle in "Quo vadis" angeboten, die beste Filmrolle, die er je gespielt hatte. Hätte das Theaterstück Erfolg gehabt, hätte er den Film absagen müssen. Seither denkt Sir Peter Ustinov: "Man kann nicht sagen, dass eine Erfahrung nur gut oder nur schlecht ist." (Chrismon 10/03,20)
Der Großvater von Sir Peter Ustinov war Kavallerieoffizier. Bei einem Manöver warf ihn sein Pferd herunter, so dass er ein Jahr lang ausgestreckt auf einem Brett liegen musste. Als er so auf dem "Krankenbett" lag, kam ein Pfarrer mit einer sehr hübschen Tochter vorbei. Der "Kranke" fand Gefallen an dem Fräulein. Um sie jedoch heiraten zu können, musste er Protestant werden. Da er konvertierte, musste er die russische Armee verlassen. Zwar war es erlaubt, in der Armee Protestant zu sein, aber nicht werden. So ging er nach Württemberg, da die Königin von Württemberg eine Tochter des Zaren war und höflich alle Russen aufnahm, die Krach mit ihrem Vater hatten. Doch kaum war er in Württemberg, da brannte die Frischvermähle mit einem australischen Kapitän zur See durch. Der Verlassene wanderte daraufhin nach Palästina aus, machte in Jaffa ein Parkhotel auf und lernte die Großmutter von Sir Peter Ustinov kennen, eine Halbäthiopierin und Halbjüdin. Mit ihr wurde er glücklich bis ans Ende seiner Tage. (Siehe: Chrismon 10/03, 15f)
Wolfgang Todtenhausen starb am Frühstückstisch die 9-jährige Tochter an den Folgen eines Asthmaanfalls. Aus dem emotionalen Loch, in das die Eltern fielen, fand der Vater heraus, indem er die in ihm schlummernde Kreativität entdeckte und entwickelte. Zwei Ausdrucksweisen standen ihm dabei zu Gebote: Schreiben und Malen. Im Selbstverlag erschien sein Buch "TränenReich". Kohlezeichnungen und Print-Collagen ergänzen das Schreiben und drücken sein leid aus. Gleichzeitig sensibilisiert er damit seine Umwelt. (Wochenkurier 18.2.06)
Helen Keller wurde am 27.7.1880 in Alabama, USA, geboren. Sie war ein gesundes
fröhliches Kind. Mit zwei Jahren erkrankte sie schwer, sie erblindete und
verlor ihr Gehör. Die folgenden Jahre waren die Hölle. Sie schrie
und tobte, zerschlug, was sie zu greifen bekam, trieb die Familie zur Verzweiflung.
Hilfe kam mit der fast erblindeten Lehrerin Anne Sullivan. Sie verstand Helen
und unterstützte sie dabei, ihr Schicksal anzunehmen und die Kräfte,
die in ihr steckten, nicht in Zorn und Wut zu investieren, sondern sie zu nutzen.
Sie brachte Helen die Blindenschrift bei, ermutigte sie zum Schulbesuch. Helen
Keller schloss ihre Ausbildung am Radcliff College erfolgreich ab. Sie setzte
sich dafür ein, dass die Blinden eine bessere Erziehung bekommen, forderte
deshalb auch die Einführung einer einheitlichen Blindenschrift. Denn nur,
wer mit anderen sich verständigen kann, kann auch am Leben teilnehmen.
Sie starb am 1.6.1968. (http://www.hanisauland.de/kalender/200406/helenkeller)
Der schottische Soizalvisionär Mel Young setzt auf Fußball, um Obdachlosen
einen Weg aus der sozialen Ausweglosigkeit zu zeigen. Deshalb veranstaltet er
seit 2003 zusammen mit dem Österreicher Harald Schmied die Fußball-Weltmeisterschaft
für Obdachlose. Prominente von Pele bis Ringo Starr unterstützen ihn
dabei. Die 5. WM fand vom 29.7. bis 4.8.2007 in Kpenhaben statt. 500 Spieler
aus 48 Ländern werden um den Cup in Kopenhaben nach Straßenfußballregeln
spielen: Eine Mannschaft besteht aus 3 Feldspielern und einem Torwart, dazu
gibt es 4 Ersatzspieler, die jederzeit eingewechselt werden können, gespielt
wird 2 x 7 min.
"Bis vor wenigen Tagen lagen unsere Fußballstars in der Gosse",
sagte Young. "Sie wurden ignoriert, an sah auf sie herab, doch noch schlimmer,
man hat sie getreten und bespuckt." Young und Schmied erkannten die Magie
des Fußballs.
Es ist wie im Märchen," freut sich der 23-jährige frisch geküte
deutsche Nationalspieler David Gries aus Kiel. Seine starke Leistung in der
Obdachlosenmannschaft "Hannibals Erben" hat ihm einen Steilpass in
den Fußballhimmel und die Chance auf einen Kickstart im richtigen Leben
beschert.
"Ich bin schon seit 10 Monaten absolut clean", erklärt Gries
stolz. "Mit 12 Jahren fing ich an Gras zu Rauchen." Später kamen
dann Ecstasy, Kokain, Obdachlosigkeit, ein Selbstmordversuch und 5 Monate au
fder Intensivstation dazu: die klassische Karriere vieler Homeless-Word-Cup-Spieler,
die quasie auf dem direkten Weg in die Hölle über einen Fußball
gestolperst sind, der ihrem Leben einen neuen Dreh - neue Hoffnung - gibt.
Jetzt ist für Gries und viele andere Obdachlosen-Nationalspieler nicht
mehr Marihuana, Schnaps, Heroin oder Klebstoff, sondern Fußball der ultimative
Kick: "Fußball ist beser als jede Droge", schwört DGries.
"Es ist ein Lebenselexier. Meinen besten Freund Locke habe ich auch davon
überzeugt, dass Fußball besser ist als kiffen."
"Das schwarz-weiße Trikot wirkt wie ein Zaubermantel", sagte
Jo Tein, der Manager des deutschen Obdachlosen-Nationalteams und Vorstand des
Bundesverbands Sozialer Straßenzeitungen. "77 Prozent unserer Spieler
bekommen ihr Leben wieder in den Griff", ergänzt Young.
Nationalspieler Maio Ziegler aus Gifhorn erklärt, warum: "Betrunken
sieht man den Ball doppelt und trifft selten den richtigen. Wenn man nüchtern
ist, hat man einfach mehr Erfolg - ein Tor zu schießen, ist das Tollste."
(Irene Hell. In: BNN 24.7.07,7)
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